Obwohl er für seine Familie ein aufmerksamer Beschützer und
treuer Begleiter ist, sind die meisten Berger des Pyrénées Fremden
gegenüber eher zurückhaltend. Es wäre bei der Arbeit an der
Herde ja auch sehr unpraktisch, wenn der Hund seine Schafe für
jeden dahergelaufenen Fremden im Stich lassen würde, um sich
streicheln zu lassen! Im Gegenteil war es seine Aufgabe, die Herde
vor allem Fremden zu beschützen und im Notfall durch sein Gebell
Hilfe herbei zu rufen. Bei vernünftiger Sozialisierung und Prägung
von den ersten Lebenstagen an, aber natürlich auch in seiner
"neuen" Familie, läßt sich dieses Verhalten durchaus reduzieren.
Man kommt schnell in Versuchung, dem Berger des Pyrénées-
Welpen einiges nachzusehen - er ist ja süß! Auch dem flehenden
Blick eines erwachsenen Bergers zu widerstehen, will gelernt sein. Man tut jedoch gut daran, den Berger von Anfang an konsequent
zu erziehen - durch seine hohe Intelligenz, mit der er jede Ihrer
Schwächen erkennt und ausnutzt, würde er sonst recht bald das
Zepter im Haus übernehmen!
Tägliche ausgiebige Spaziergänge sind zwar notwendig und
wichtig, reichen jedoch in der Regel nicht aus, um den Berger
des Pyrénées auszulasten - Kopfarbeit ist unverzichtbar! Möglich-
keiten dazu gibt es reichlich, über verschiedene Hundesportarten,
die man in Hundeschulen oder Vereinen betreiben kann (z. B.
Agility, Obedience, Breitensport, Flyball) über Dogdancing,
Frisbee, bis hin zu Kunststückchen, die man dem Hund im Garten
beibringt. Der Berger des Pyrénées ist keine Dekoration für das
Sofa - obwohl er sich nach getaner Arbeit dort durchaus dekorativ
niederlassen kann - sondern er fordert von seinem Menschen
jeden Tag auf das Neue eine Aufgabe! Sollte er sich langweilen,
wird er seine eigene Form der Freizeitgestaltung entwickeln -
nicht unbedingt zur Freude seiner Mitbewohner!